FAHRWERK meets Daniel.

By Posted in - Allgemein on Februar 3rd, 2014

„Brauche ständig ein Auto um mich herum“

Daniel Keilwitz sicherte sich nach der Vizemeisterschaft 2012 in der vergangenen Saison nun den Titel in der ADAC GT Masters 2013

Die FAHRWERK™-Crew ist um einen Rennfahrer attraktiver: Daniel Keilwitz heißt er, ist 24 Jahre alt und wurde im abgelaufenen Jahr Champion in der ADAC GT Masters, nachdem er im Jahr 2012 bereits den Vizetitel in der Fahrerwertung geholt hatte. Daniel Keilwitz gehört zum Team Callaway Competition in Leingarten und sicherte sich die Meisterschaft in einem atemberaubenden Finish. Im letzten Rennen des Jahres 2013 fiel der 24-Jährige nach einem Dreher auf den letzten Platz zurück, kämpfte sich aber wieder auf Rang acht vor und landete doch noch vor seinem Titelkonkurrenten, was ihm letztendlich den Gewinn der ADAC GT Masters-Serie einbrachte.

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„Man muss immer weiterkämpfen, egal wie aussichtslos die Situation auch erscheinen mag“, sagt Daniel, der ohne Autos nicht sein kann und seit dem vergangenen Jahr eine neue Lieblingsstrecke neben der Nürburgring-Nordschleife und dem Sachsenring für sich auserkoren hat: Spa Francorchamps in Belgien. In der neuen Saison, die im ADAC GT Masters mit dem Rennen in Oschersleben (25. bis 27. April 2014) startet, will der 24-Jährige erneut ein gewichtiges Wörtchen in der Titelvergabe mitreden. Und seine starke aufsteigende Form bestätigen.

Denn in der ADAC GT Masters zeigt die Kurve steil nach oben: Platz 26 im Jahr 2011, Platz 2 im Jahr 2012, Platz 1 im Jahr 2013. Aber auch anderen Rennserien möchte sich der gebürtige Villinger nicht verschließen. Im Interview mit Frank Höhmann blickt Daniel auf die erfolgreiche Saison 2013 zurück, berichtet über knifflige und ärgerliche Situationen während der Rennen und was seine Sportart ausmacht.

Daniel, welches war die schwierigste Situation, die du in einem Rennen bislang meistern musstest?
Daniel Keilwitz: Ganz klar das Abschlussrennen 2013 in der ADAC GT Masters. Wir mussten vor unserem Kontrahenten ins Ziel kommen, um die Meisterschaft zu gewinnen. Als ich dann in der ersten Runde von einem anderen Auto umgedreht wurde und auf den letzten Platz zurückgefallen bin, dachte ich zuerst, das war es. Aber dann habe ich mich zusammengerissen und bin wieder bis auf Platz acht vorgefahren und schlussendlich haben wir die Meisterschaft gewonnen. Da merkt man wieder, dass man immer weiterkämpfen muss, egal wie aussichtslos die Situation in dem Moment auch erscheinen mag.

Was muss man als Rennfahrer mitbringen? Worauf kommt es besonders an und wie eignet man sich diese Fähigkeiten an, trainiert diese?
Daniel Keilwitz: Man muss natürlich ein gutes Gefühl für das Auto haben. Wichtig ist aber auch, wie konstant man ist. Es nützt nichts, wenn man von zehn Runden eine Runde schnell ist und in den restlichen runden Fehler macht. Außerdem muss man sich auf neue Situationen schnell einstellen können, da sich die Gegebenheiten auf der Rennstrecke ständig ändern und das Auto sich anders verhält. Einige Fahrer können das schnell, andere brauchen dazu länger. Das ist dann einfach das Talent, das man hat – oder auch nicht.

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Wie bist du zum Rennsport gekommen? Wann hast du entdeckt, dass der Rennsport das Richtige für dich ist?
Daniel Keilwitz: Begonnen hat bei mir auch alles mit dem Kartfahren, wie bei den meisten. Mit zwölf Jahren saß ich zum ersten Mal im Kart und habe nach den ersten Runden gleich den Ehrgeiz gehabt, dass ich der Schnellste sein will. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Was liebst du an deinem Sport?
Daniel Keilwitz: Die Geschwindigkeit und die Jagd nach den Tausendstel. Einfach der Reiz, das Auto am absoluten Limit zu bewegen. Noch mehr liebe ich allerdings die engen Zweikämpfe im Rennen, wenn man wirklich Stoßstange an Stoßstange mit anderen auf der Strecke um seine Position kämpfen muss.

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Wie bewertest du die abgelaufene Saison und welche Pläne hegst du für die neue Saison und die Zukunft?
Daniel Keilwitz: Die Saison 2013 war für mich sehr durchwachsen, aber am Ende dann doch sehr erfolgreich. Anfangs hatten wir Probleme, mit den anderen mitzuhalten und haben kaum Punkte eingefahren. Nach einigen ausgiebigen Tests waren wir wieder konkurrenzfähig und haben insgesamt fünf Siege eingefahren. Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, zusätzlich zur GT Masters noch in anderen Rennserien zu starten, um später den Sport mit dem Beruf verbinden zu können.

Welches Standbein willst du dir nach der Rennkarriere aufbauen?
Daniel Keilwitz: Das kommt ganz darauf an, was noch alles so kommt in der Rennkarriere. Im Moment übe ich zusätzlich noch einen Job bei einem Fahrwerkshersteller aus, bei dem ich auch viel mit Rennsport zu tun habe.

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Was machst du in deiner Freizeit? Wie versuchst du abzuschalten?
Daniel Keilwitz: Ich mache viel Sport. Beim Sport kann man sich einfach auspowern und alles andere vergessen. Ich schraube allerdings auch gerne an meinem eigenen Auto.

Wie bereitest du dich auf ein Rennen vor? Gibt es ein spezielles Ritual vor dem Rennen?
Daniel Keilwitz: Ein spezielles Ritual habe ich nicht. Meistens ziehe ich mich kurz vor dem Start zurück, um mich konzentrieren zu können. Dann bin ich meistens relativ ruhig und kann mich gut auf den Start und das Rennen konzentrieren.

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Stammst du aus einer Rennfahrerfamilie oder allgemein aus einer Sport begeisterten Familie?
Daniel Keilwitz: Mein Vater interessiert sich auch sehr für Motorsport, ist aber nie mehr gefahren außer ein paar Hobbyrennen, weil dies finanziell nicht möglich war.

Du bist sehr viel unterwegs. Wie versuchst du abzuschalten? Gibt es auch mal Zeit, sich Länder/Städte näher anzuschauen?
Daniel Keilwitz: Ich komme zwar wirklich viel herum, allerdings verbringe ich die Zeit dann lieber an der Rennstrecke, als mir die Stadt anzuschauen. Ich muss einfach ständig ein Auto um mich herum haben, sonst fühle ich mich nicht wohl…

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Gibt es einen Fahrer, an dem du dich orientierst beziehungsweise an dem du dich in jüngeren Jahren orientiert hast?
Daniel Keilwitz: Orientiert habe ich mich nie an anderen Fahrern, da ich meinen eigenen Weg gehen will. Allerdings habe ich vor einigen Fahrern sehr viel Respekt für die Leistungen, die sie erbracht haben.

Was war das Ärgerlichste, das dir je während eines Rennens widerfahren ist?
Daniel Keilwitz: Das war vor zwei Jahren, als wir in der GT Masters mit zehn Sekunden Vorsprung vor Rennende in Führung gelegen haben und zwei Runden vor Schluss der Motor gestreikt hat und wir ausgeschieden sind.

Nicht nur auf den Fahrer kommt es an, sondern auch auf das ganze Team. Wie entsteht die Harmonie, dass ein Rad ins andere greift? Spielt sich das schnell ein?
Daniel Keilwitz: Ich denke, das muss sich über eine Zeit hinweg entwickeln. Ich denke, dass war dieses Jahr ein Punkt, der den Ausschlag dafür gegeben hat, dass wir am Ende den Titel geholt haben. Ich bin schon seit vier Jahren in dem Team mit dem größtenteils identischen Umfeld und alle wussten, dass wenn jeder sein Bestes gibt, können wir es noch schaffen und somit haben alle an einem Strang gezogen.

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Welches ist deine Lieblingsrennstrecke und warum?
Daniel Keilwitz: Seit vergangenem Jahr ist eine neue Lieblingsstrecke hinzugekommen: die im belgischen Spa Francorchamps. Mit einem schnellen Auto durch die Eau Rouge zu fahren ist einfach jede Runde erneut eine Herausforderung. Meine beiden anderen Lieblingsstrecken sind natürlich die Nürburgring-Nordschleife und der Sachsenring.

Wie würdest du dich selber charakterisieren?
Daniel Keilwitz: Ich bin ein eher ruhiger Typ, bis ich im Rennauto sitze. Ab dem Moment heißt es für mich nur noch, Vollgas zu geben und das Maximum herauszuholen.

Welche Termine stehen in nächster Zeit an? Wie geht es weiter?
Daniel Keilwitz: Erstmal muss ich schauen, in welchen Serien ich starten werde. Aber ab März geht es wieder los mit den Testfahrten und Ende März/Anfang April dann mit den Rennen.

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Was gefällt dir an FAHRWERK™? Wie sagt dir die Ausrichtung zu? Warum hast du dich zu einer Kooperation entschlossen?
Daniel Keilwitz: Mir gefällt die Idee, dass ich mit meinem Kleidungsstil meine Affinität zu Autos zeigen kann. Das Design und die Qualität haben mich dann bei FAHRWERK™ überzeugt, deswegen war ich sofort begeistert und habe einer Kooperation zugestimmt.

Online-Info:
www.fahr-werk.com
www.adac-gt-masters.de

Bilder: Philipp Rupprecht Photography